Apr 30

Das Archiv des Internationalen Suchdienstes (ITS) des Roten Kreuzes in Bad Arolsen nahm in den vergangen 60 Jahren die Aufgaben wahr das Schicksal von Personen zu klären, die während des Krieges vermisst oder verschleppt wurden. 11,8 Millionen Auskünfte wurden bisher mit Hilfe der 50 Millionen Hinweise und Informationen von 17,5 Millionen Personen erteilt. 1943 auf Initiative des Hauptquartiers der Alliierten Streitkräfte beim Britischen Roten Kreuz in London gegründet, wird seit 1946 in Bad Arolsen unter der Aufsicht eines Internationalen Ausschusses gearbeitet. Seit dem 29.04.2008 sind die in Bad Arolsen verwahrten Dokumente nunmehr der Allgemeinheit zu Forschungszwecken zugänglich.

 

Okt 17

Der diesjährige Archivtag stand unter dem Motto “Lebendige Erinnerungskultur für die Zukunft”. Ich selber habe die Sektionsitzungen 1 und 4 sowie die Veranstaltung der Fachgruppe 7 und 8, Archivare an Medien- und Hochschularchiven und Archiven wissenschaftlicher Institutionen besucht und möchte darüber einen kurzen Überblick geben.

Die Sektionssitzung 1 “Archivische Erinnerungsarbeit im gesellschaftpolitischen Diskurs” eröffnete Herr Dr. Krahnke aus dem Brandenburgischen Kommunalarchiv der Gemeinde Petershagen/Eggersdorf. Im Mittelpunkt des Vortrages stand die Akzeptanz des Archives in der Wahrnehmung der Bevölkerung sowie eine Kurzdarstellung der Überlieferung zur Ortsgeschichte. So führte Dr. Krahnke aus, dass eine seiner ersten Amtshandlungen die Absage der Feierlichkeiten zur Ortsgründung waren, da diese auf Grund seiner Archivrecherche einige Jahre zu früh angesetzt war. Gerade durch die Zusammenarbeit mit der Öffentlichkeit konnten Lücken in der Überlieferung geschlossen bzw. Ereignisse rekonstruiert werden. Inzwischen ist das Gemeindearchiv erste Anlaufstelle bei Fragen zur Ortsgeschichte.

Daran schloss sich der Vortrag von Frau Julia Besten aus der Archiv- und Museumsstiftung Wuppertal an. Dabei handelt es sich um ein relativ junges Archiv das im Jahre 1998 gegründet wurde aber auf eine fast 200 jährige Bestandsgeschichte zurückblicken kann. Im Mittelpunkt des Vortrages stand die Wanderausstellung “Erinnert Namibia! Mission, Kolonialismus und Freiheitskampf!” die Dokumente und historische Bilder und Briefe aus 164 Jahren namibisch-deutscher Geschichte präsentiert und von Frau Besten konzipiert wurde. Auf Grund des regen Interesses der Öffentlichkeit ist diese Ausstellung seit mittlerweile drei Jahren in Deutschland unterwegs.

Der dritte Vortrag von Dr. Peter Pfister gab einen Einblick in Arbeit des Archivs des Erzbistums München und Freising. Nicht nur das es sich hierbei um eines der größten kirchlichen Archive Deutschlands handelt auch über die Landesgrenzen hinaus bekannte Persönlichkeiten waren in diesem Erzbistum tätig. So um nur ein Beispiel zu nennen Joseph Ratzinger als Erzbischof. Im Mittelpunkt des Vortrages von Dr. Pfister stand die vorzeitige Öffnung des Kardinal-Faulhaber-Archivs um der derzeitigen Darstellung des Wirkens von Kardinal von Faulhaber während des Nationalsozialismus entgegenzuwirken. Eine Biografie von Seiten des Archivs ist in Vorbereitung.

Abschließend sprach Herr Konrad Pflug von der Landeszentrale für politische Bildung
Baden-Württemberg
über Gedenkstätten in Baden-Württemberg und die Länderübergreifende Kooperation.

Übersicht der Gedenkstätten in Baden-Württemberg

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