Apr 30

Das Archiv des Internationalen Suchdienstes (ITS) des Roten Kreuzes in Bad Arolsen nahm in den vergangen 60 Jahren die Aufgaben wahr das Schicksal von Personen zu klären, die während des Krieges vermisst oder verschleppt wurden. 11,8 Millionen Auskünfte wurden bisher mit Hilfe der 50 Millionen Hinweise und Informationen von 17,5 Millionen Personen erteilt. 1943 auf Initiative des Hauptquartiers der Alliierten Streitkräfte beim Britischen Roten Kreuz in London gegründet, wird seit 1946 in Bad Arolsen unter der Aufsicht eines Internationalen Ausschusses gearbeitet. Seit dem 29.04.2008 sind die in Bad Arolsen verwahrten Dokumente nunmehr der Allgemeinheit zu Forschungszwecken zugänglich.

 

Feb 17

ArchivarIn als Kinoerlebnis, das passt ja nun gar nicht zusammen werden viele sagen. Denn wie sieht denn die Wahrnehmung unseres Berufsstandes aus. Dunkle verstaubte Gestalten, die so langsam die Farbe ihrer Akten annehmen, huschen durch verlassene Kellergänge und führen ein Schattendasein, wie langweilig. Das dies nicht der Fall ist, davon kann sich jeder am Tag der Archive 2008 überzeugen. Aber zurück zum Thema. Tatsächlich ist die Hauptfigur in Terry Gilliams Spielfilm “Brazil” ein Archivar. Brazil entwirft das Bild einer düsteren und kafkaesken Gesellschaft und der bitterböse satirische Erzählton macht ihn zu einem zeitlosen Meisterwerk. So fiktiv, obschon durchaus realistisch, sich die entworfene Zukunftsprognose darstellt, Salman Rushdie sagte zu Brazil “ein großartiger Film über den zukünftigen Totalitarismus”, zeigt sich auch dem nicht Eingeweihten die Verantwortung und Problematik der täglichen Arbeit von ArchivarInnen. In Brazil ist es eine Fliege die über Leben und Tod entscheidet.

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Dez 21

Am 1. und 2. März 2008 wird bundesweit der Tag der Archive stattfinden. Unter dem Motto „Heimat und Fremde“ präsentieren sich die Archive der interessierten Öffentlichkeit. Ein Thema zu dem sich in jedem Archiv etwas finden lässt. Sei es die Aufnahme und Betreuung der Millionen von Vertriebenen aus Ost- und Südosteuropa die im Verlauf des II. Weltkrieges ihre Heimat verloren haben oder die tausenden von Menschen die im 19. Jahrhundert ihre Heimat in Richtung Amerika verließen weil das deutsche Reich ihnen keine Perspektive bot. Und wenn wir noch weiter zurückgehen in der deutschen Geschichte, finden wir immer wieder Beispiele von Migrationen, wie die Flucht der Hugenotten von Frankreich nach Deutschland im 17. Jahrhundert, die ihren Niederschlag in deutschen Archiven gefunden haben. Aber auch die jüngste Vergangenheit bietet eine Vielzahl von Beispielen, denn obwohl viele es nicht wahrhaben wollen Deutschland ist Einwanderungsland und das ist auch gut so. Um schon mal einen Vorgeschmack zu geben hier mein Beitrag zum Tag der Archiv 2008, unter folgendem Link findet sich eine Zusammenstellung aus dem Bundesarchiv, dem Brandenburgischen Landeshauptarchiv, dem Archiv des Diakonischen Werkes der EKD und dem Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz zum Thema „Heimat und Fremde“. Viel Spass.

Dez 10

Archive fristen in der Wahrnehmung durch die Öffentlichkeit eher ein Spartendasein. Um dem entgegenzuwirken wird mit allen Mitteln der Öffentlichkeitsarbeit versucht das „staubige Image“ zu verbessern. Das Stadtarchiv Oldenburg beschreitet in dieser Hinsicht einen neuen innovativen Weg. So findet man auf den Seiten des Stadtarchivs einen 15 minütigen Film, zum Freien Download, der unter dem Titel “Was ist eigentlich ein Archivknoten“ einen anschaulichen Einblick in die Vielfalt der vorhandenen Archivalien gibt. Daneben beschreibt er am Beispiel eines Schülerprojekts die Vorgehensweise bei einer Recherche, um die gesuchten Informationen zu finden. Also durchaus zur Nachahmung empfohlen.

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Dez 09

Im September 2008 findet in Erfurt der deutsche Archivtag unter dem Thema “Bestandserhaltung analoger und digitaler Unterlagen” statt. Damit wird die vermutlich größte Herausforderung an das Archivwesen im 21. Jahrhundert thematisiert. Der langsame aber unaufhaltsame Verfall der Archivalien in den Magazinen kann mit den Erfahrungen aus der Praxis und der Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben nur verlangsamt werden. Genau darin liegt die Herausforderung. Wie akut das Problem der Bestandserhaltung ist zeigt sich in den vielfach publizierten Hilferufen in der Presse. Für die Region Berlin/Brandenburg zeigte ein 2004 von Annette Gerlach und Uwe Schaper durchgeführte Evaluation das über 68 % der Archive und Bibliotheken unmittelbar mit dem Problem der Bestandserhaltung konfrontiert sind. Gerade aus diesem Grund ist der Erfahrungsaustausch zu diesem Thema absolut notwendig. Also es wird wie immer spannend.

Nov 07

Seit Oktober 2007 befindet sich das Fontane Archiv in der frisch sanierten Villa Quandt zwischen Pfingstberg und dem Schloß Cecilienhof im Neuen Garten. Ab November findet in den Räumen des Fontane Archivs die Veranstaltungsreihe „Fontane am Kamin“ statt.die Villa Quandt in Potsdam

Okt 26

Die Sektionssitzung 4 stand unter dem Thema Funktion und Zukunft von Spezialarchiven. Dazu berichteten vier Referenten aus ihrer Arbeit. Als erster sprach Dr. Andreas Kunz aus der Ludwigsburger Außenstelle des Bundesarchivs über die Arbeit der Zentralen Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen und stellte die besondere Bedeutung für die juristische Aufarbeitung nationalsozialistischen Verbrechen in der Bundesrepublik heraus. Anschließend sprach Dr. Ulrich Ringsdorf ebenfalls aus einer Außenstelle des Bundesarchivs, nämlich dem Lastenausgleichsarchiv in Bayreuth. Hier finden sich Unterlagen die zum einen im Zusammenhang mit dem Lastenausgleichgesetz entstanden sind, also im Zusammenhang mit der Entschädigung der Vertriebenen deutschen Bevölkerung aus Ost- und Südosteuropa als Folge des Nationalsozialismus. Zum anderen bewahrt das Lastenausgleichsarchiv eine einmalige Dokumentation zu den gesellschaftlichen, sozialen und kulturellen Verhältnisse in den Ostgebieten des Deutschen Reiches und in den ost- und südosteuropäischen Siedlungsgebieten in den Jahrzehnten bis zum Beginn der Vertreibungsmaßnahmen die auch immer mehr von interessierten Nutzern aus Ost- und Südosteuropa genutzt wird. Danach sprach Dr. Matthias Buchholz über die Arbeit des Archivs der Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. Im Mittelpunkt des Vortrages stand die Förderung von freien Archiven der DDR Opposition bzw. des Widerstandes. Die staatliche Überlieferung der DDR wird durch Bundes- bzw. Landesarchive gesichert, jedoch die Überlieferung der oppositionellen Bewegung nicht. Gerade diese aus heutiger Sicht einmalige Überlieferung von Menschen die sich der DDR Diktatur widersetzten muss gesichert werden und der interessierten Bevölkerung unter archivischen Gesichtspunkten zugänglich gemacht werden. Dieser Aufgabe stellt sich das Archiv der Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur durch finanzielle und fachliche Unterstützung. Wie wichtig eine solche Tätigkeit ist zeigen die Bestrebungen der ewig gestrigen aus den Reihen des Ministeriums des Inneren der DDR die durch verschiedene Vereinstätigkeiten versuchen die DDR Geschichte zu verfälschen bzw. versuchen ihre Arbeit ins Rechte Licht zu Rücken. Nur eine vollkommene Aufarbeitung der DDR Diktatur und die Aufzeigung der menschenverachtenden Mechanismen dieses Totalitären Systems kann diesen Bestrebungen wirksam entgegentreten. Denselben Anspruch hat auch die Tätigkeit der Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik. Dr. Jochen Hecht von der BStU sprach in seinem Vortrag über die Arbeit der BStU sowie über Möglichkeiten der zukünftigen Wirkungs- und Arbeitsweise dieses einmaligen Archivs in der bundesdeutschen Archivlandschaft.

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Okt 17

Der diesjährige Archivtag stand unter dem Motto “Lebendige Erinnerungskultur für die Zukunft”. Ich selber habe die Sektionsitzungen 1 und 4 sowie die Veranstaltung der Fachgruppe 7 und 8, Archivare an Medien- und Hochschularchiven und Archiven wissenschaftlicher Institutionen besucht und möchte darüber einen kurzen Überblick geben.

Die Sektionssitzung 1 “Archivische Erinnerungsarbeit im gesellschaftpolitischen Diskurs” eröffnete Herr Dr. Krahnke aus dem Brandenburgischen Kommunalarchiv der Gemeinde Petershagen/Eggersdorf. Im Mittelpunkt des Vortrages stand die Akzeptanz des Archives in der Wahrnehmung der Bevölkerung sowie eine Kurzdarstellung der Überlieferung zur Ortsgeschichte. So führte Dr. Krahnke aus, dass eine seiner ersten Amtshandlungen die Absage der Feierlichkeiten zur Ortsgründung waren, da diese auf Grund seiner Archivrecherche einige Jahre zu früh angesetzt war. Gerade durch die Zusammenarbeit mit der Öffentlichkeit konnten Lücken in der Überlieferung geschlossen bzw. Ereignisse rekonstruiert werden. Inzwischen ist das Gemeindearchiv erste Anlaufstelle bei Fragen zur Ortsgeschichte.

Daran schloss sich der Vortrag von Frau Julia Besten aus der Archiv- und Museumsstiftung Wuppertal an. Dabei handelt es sich um ein relativ junges Archiv das im Jahre 1998 gegründet wurde aber auf eine fast 200 jährige Bestandsgeschichte zurückblicken kann. Im Mittelpunkt des Vortrages stand die Wanderausstellung “Erinnert Namibia! Mission, Kolonialismus und Freiheitskampf!” die Dokumente und historische Bilder und Briefe aus 164 Jahren namibisch-deutscher Geschichte präsentiert und von Frau Besten konzipiert wurde. Auf Grund des regen Interesses der Öffentlichkeit ist diese Ausstellung seit mittlerweile drei Jahren in Deutschland unterwegs.

Der dritte Vortrag von Dr. Peter Pfister gab einen Einblick in Arbeit des Archivs des Erzbistums München und Freising. Nicht nur das es sich hierbei um eines der größten kirchlichen Archive Deutschlands handelt auch über die Landesgrenzen hinaus bekannte Persönlichkeiten waren in diesem Erzbistum tätig. So um nur ein Beispiel zu nennen Joseph Ratzinger als Erzbischof. Im Mittelpunkt des Vortrages von Dr. Pfister stand die vorzeitige Öffnung des Kardinal-Faulhaber-Archivs um der derzeitigen Darstellung des Wirkens von Kardinal von Faulhaber während des Nationalsozialismus entgegenzuwirken. Eine Biografie von Seiten des Archivs ist in Vorbereitung.

Abschließend sprach Herr Konrad Pflug von der Landeszentrale für politische Bildung
Baden-Württemberg
über Gedenkstätten in Baden-Württemberg und die Länderübergreifende Kooperation.

Übersicht der Gedenkstätten in Baden-Württemberg

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