Feb 17

ArchivarIn als Kinoerlebnis, das passt ja nun gar nicht zusammen werden viele sagen. Denn wie sieht denn die Wahrnehmung unseres Berufsstandes aus. Dunkle verstaubte Gestalten, die so langsam die Farbe ihrer Akten annehmen, huschen durch verlassene Kellergänge und führen ein Schattendasein, wie langweilig. Das dies nicht der Fall ist, davon kann sich jeder am Tag der Archive 2008 überzeugen. Aber zurück zum Thema. Tatsächlich ist die Hauptfigur in Terry Gilliams Spielfilm “Brazil” ein Archivar. Brazil entwirft das Bild einer düsteren und kafkaesken Gesellschaft und der bitterböse satirische Erzählton macht ihn zu einem zeitlosen Meisterwerk. So fiktiv, obschon durchaus realistisch, sich die entworfene Zukunftsprognose darstellt, Salman Rushdie sagte zu Brazil “ein großartiger Film über den zukünftigen Totalitarismus”, zeigt sich auch dem nicht Eingeweihten die Verantwortung und Problematik der täglichen Arbeit von ArchivarInnen. In Brazil ist es eine Fliege die über Leben und Tod entscheidet.

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