Okt 26

Die Sektionssitzung 4 stand unter dem Thema Funktion und Zukunft von Spezialarchiven. Dazu berichteten vier Referenten aus ihrer Arbeit. Als erster sprach Dr. Andreas Kunz aus der Ludwigsburger Außenstelle des Bundesarchivs über die Arbeit der Zentralen Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen und stellte die besondere Bedeutung für die juristische Aufarbeitung nationalsozialistischen Verbrechen in der Bundesrepublik heraus. Anschließend sprach Dr. Ulrich Ringsdorf ebenfalls aus einer Außenstelle des Bundesarchivs, nämlich dem Lastenausgleichsarchiv in Bayreuth. Hier finden sich Unterlagen die zum einen im Zusammenhang mit dem Lastenausgleichgesetz entstanden sind, also im Zusammenhang mit der Entschädigung der Vertriebenen deutschen Bevölkerung aus Ost- und Südosteuropa als Folge des Nationalsozialismus. Zum anderen bewahrt das Lastenausgleichsarchiv eine einmalige Dokumentation zu den gesellschaftlichen, sozialen und kulturellen Verhältnisse in den Ostgebieten des Deutschen Reiches und in den ost- und südosteuropäischen Siedlungsgebieten in den Jahrzehnten bis zum Beginn der Vertreibungsmaßnahmen die auch immer mehr von interessierten Nutzern aus Ost- und Südosteuropa genutzt wird. Danach sprach Dr. Matthias Buchholz über die Arbeit des Archivs der Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. Im Mittelpunkt des Vortrages stand die Förderung von freien Archiven der DDR Opposition bzw. des Widerstandes. Die staatliche Überlieferung der DDR wird durch Bundes- bzw. Landesarchive gesichert, jedoch die Überlieferung der oppositionellen Bewegung nicht. Gerade diese aus heutiger Sicht einmalige Überlieferung von Menschen die sich der DDR Diktatur widersetzten muss gesichert werden und der interessierten Bevölkerung unter archivischen Gesichtspunkten zugänglich gemacht werden. Dieser Aufgabe stellt sich das Archiv der Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur durch finanzielle und fachliche Unterstützung. Wie wichtig eine solche Tätigkeit ist zeigen die Bestrebungen der ewig gestrigen aus den Reihen des Ministeriums des Inneren der DDR die durch verschiedene Vereinstätigkeiten versuchen die DDR Geschichte zu verfälschen bzw. versuchen ihre Arbeit ins Rechte Licht zu Rücken. Nur eine vollkommene Aufarbeitung der DDR Diktatur und die Aufzeigung der menschenverachtenden Mechanismen dieses Totalitären Systems kann diesen Bestrebungen wirksam entgegentreten. Denselben Anspruch hat auch die Tätigkeit der Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik. Dr. Jochen Hecht von der BStU sprach in seinem Vortrag über die Arbeit der BStU sowie über Möglichkeiten der zukünftigen Wirkungs- und Arbeitsweise dieses einmaligen Archivs in der bundesdeutschen Archivlandschaft.

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Okt 17

Der diesjährige Archivtag stand unter dem Motto “Lebendige Erinnerungskultur für die Zukunft”. Ich selber habe die Sektionsitzungen 1 und 4 sowie die Veranstaltung der Fachgruppe 7 und 8, Archivare an Medien- und Hochschularchiven und Archiven wissenschaftlicher Institutionen besucht und möchte darüber einen kurzen Überblick geben.

Die Sektionssitzung 1 “Archivische Erinnerungsarbeit im gesellschaftpolitischen Diskurs” eröffnete Herr Dr. Krahnke aus dem Brandenburgischen Kommunalarchiv der Gemeinde Petershagen/Eggersdorf. Im Mittelpunkt des Vortrages stand die Akzeptanz des Archives in der Wahrnehmung der Bevölkerung sowie eine Kurzdarstellung der Überlieferung zur Ortsgeschichte. So führte Dr. Krahnke aus, dass eine seiner ersten Amtshandlungen die Absage der Feierlichkeiten zur Ortsgründung waren, da diese auf Grund seiner Archivrecherche einige Jahre zu früh angesetzt war. Gerade durch die Zusammenarbeit mit der Öffentlichkeit konnten Lücken in der Überlieferung geschlossen bzw. Ereignisse rekonstruiert werden. Inzwischen ist das Gemeindearchiv erste Anlaufstelle bei Fragen zur Ortsgeschichte.

Daran schloss sich der Vortrag von Frau Julia Besten aus der Archiv- und Museumsstiftung Wuppertal an. Dabei handelt es sich um ein relativ junges Archiv das im Jahre 1998 gegründet wurde aber auf eine fast 200 jährige Bestandsgeschichte zurückblicken kann. Im Mittelpunkt des Vortrages stand die Wanderausstellung “Erinnert Namibia! Mission, Kolonialismus und Freiheitskampf!” die Dokumente und historische Bilder und Briefe aus 164 Jahren namibisch-deutscher Geschichte präsentiert und von Frau Besten konzipiert wurde. Auf Grund des regen Interesses der Öffentlichkeit ist diese Ausstellung seit mittlerweile drei Jahren in Deutschland unterwegs.

Der dritte Vortrag von Dr. Peter Pfister gab einen Einblick in Arbeit des Archivs des Erzbistums München und Freising. Nicht nur das es sich hierbei um eines der größten kirchlichen Archive Deutschlands handelt auch über die Landesgrenzen hinaus bekannte Persönlichkeiten waren in diesem Erzbistum tätig. So um nur ein Beispiel zu nennen Joseph Ratzinger als Erzbischof. Im Mittelpunkt des Vortrages von Dr. Pfister stand die vorzeitige Öffnung des Kardinal-Faulhaber-Archivs um der derzeitigen Darstellung des Wirkens von Kardinal von Faulhaber während des Nationalsozialismus entgegenzuwirken. Eine Biografie von Seiten des Archivs ist in Vorbereitung.

Abschließend sprach Herr Konrad Pflug von der Landeszentrale für politische Bildung
Baden-Württemberg
über Gedenkstätten in Baden-Württemberg und die Länderübergreifende Kooperation.

Übersicht der Gedenkstätten in Baden-Württemberg

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Okt 08

Seit über 100 Jahren bemüht sich die Königlich Preußische Akademie der Wissenschaften zu Berlin, heute die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften deutschsprachige Handschriften aus dem In- und Ausland zu sichten und zu beschreiben. Bis 1944 entstanden so ca. 20.000 Beschreibungen von Handschriften und Fragmenten. Diese Beschreibungen konnten über das Kriegsende hinaus gerettet werden. Heute stellen diese Beschreibungen den einzigen Nachweiß für im Kriege verschollener oder vernichteter Handschriften dar. Seit dem Ende des letzten Jahrhunderts wird nun auch das Internet genutzt, um diese Texte einer interessierten Öffentlichkeit vorzustellen und wie die Macher des Internetangebotes auf Ihren Seiten mitteilen, wird das Angebot auch rege genutzt. Hier kann man den Gesamtbestand aufrufen und recherchieren. Mittlerweile sind ca. 10% des Bestandes digitalisiert, d.h. ca 30.000 Seiten sind nunmehr im Internet frei zugänglich.

Okt 05

Die Regesten der Protokolle von rund 5.200 Staatsministerialsitzungen zwischen 1810 und 1938 sind aufgrund ihrer Informationsdichte ein hervorragender Einstieg in die preußische und deutsche Politik-, Verfassungs-, Sozial-, Wirtschafts- und Kulturgeschichte. In zwölf Regest- Bänden werden die überlieferten Beratungs- und Ergebnisprotokolle des preußischen Staatsministerium präsentiert. Daneben wurden verschiedene Register erarbeitet die die Protokolle sinnvoll ergänzen. So wurden umfangreiche Personenregister erarbeitet mit Lebendaten und Berufsentwicklungen. Weiterhin enthält jeder Band ein umgfangreiches Orts- und Sachregister sowie Anmerkungen zu weiterführenden Archivalien. Genug der Worte hier geht es zu den Protokollen des Preußischen Staatsministeriums.

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Okt 05

Das forum-bewertung ist sicherlich die erste Adresse wenn es um Fragen und Probleme Rund um die archivische Bewertung geht. Neben vielen Beiträgen über praktische Erfahrungen bei der Bewertung der verschiedensten Schriftgutarten und Registraturbildner bietet das Portal forum-bewertung auch die Möglichkeit Anfragen zu formulieren und somit fachliche Unterstützung bei Bewertung zu erhalten.

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Okt 05

Die vertikale und horizontale Bewertung ist ein relativ junges Bewertungsverfahren, das sich im Gegensatz zu anderen Bewertungsverfahren mit zukünftig anfallendem Schriftgut befasst. Ausführlich beschreibt Jürgen Treffeisen in diesem Aufsatz einerseits die Entwicklung der Bewertung in den letzten 100 Jahre und zum anderen ausführlich, anhand von praktischen Beispielen verschiedener Registraturbildner, die vertikale und horizontale Bewertung. Daneben wird auch die vorgehensweise zur Entwicklung eines Bewertungsmodell anschaulich dargestellt. Ein gut verständlicher und lesenswerter Text!

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