1990 wurde die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR aufgelöst. Heute, 18 Jahre später bietet das Bundesarchiv durch die Digitalisierung von 1500 Filmen des Armeefilmstudios der NVA einen Einblick in 34 Jahre NVA. Hiermit wird ein weiterer Beitrag zur Aufarbeitung der DDR Geschichte gelegt. Frei zugänglich kann sich jeder sein eigenes Bild machen. Eine vollständige Übersicht der NVA Filme findet sich auf den Seiten des Bundesarchiv Filmverzeichnis. Darunter finden sich Filme zu den unterschiedlichsten Themen. Filme wie “Werbespot: Polit. Offz. der Grenztruppen”, “Kinder bei den Grenzsoldaten” oder “Sonderschule der NVA (zur Heran- und Weiterbildung von Polit- und Parteikadern)” zeigen schon im Titel den propagandistischen Charakter. Neben solchen Propagandavideos die die menschenverachtende Diktatur in der DDR ins rechte Licht rücken sollten finden sich auch Filme wie “Verweigerer im Dienst” und “Stärkster Mann der NVA” die einen Einblick in das alltägliche Leben der Soldaten geben. Mehr Information zu diesem Projekt finden sie auf den Seiten des Bundesarchivs
Das Archiv des Internationalen Suchdienstes (ITS) des Roten Kreuzes in Bad Arolsen nahm in den vergangen 60 Jahren die Aufgaben wahr das Schicksal von Personen zu klären, die während des Krieges vermisst oder verschleppt wurden. 11,8 Millionen Auskünfte wurden bisher mit Hilfe der 50 Millionen Hinweise und Informationen von 17,5 Millionen Personen erteilt. 1943 auf Initiative des Hauptquartiers der Alliierten Streitkräfte beim Britischen Roten Kreuz in London gegründet, wird seit 1946 in Bad Arolsen unter der Aufsicht eines Internationalen Ausschusses gearbeitet. Seit dem 29.04.2008 sind die in Bad Arolsen verwahrten Dokumente nunmehr der Allgemeinheit zu Forschungszwecken zugänglich.
ArchivarIn als Kinoerlebnis, das passt ja nun gar nicht zusammen werden viele sagen. Denn wie sieht denn die Wahrnehmung unseres Berufsstandes aus. Dunkle verstaubte Gestalten, die so langsam die Farbe ihrer Akten annehmen, huschen durch verlassene Kellergänge und führen ein Schattendasein, wie langweilig. Das dies nicht der Fall ist, davon kann sich jeder am Tag der Archive 2008 überzeugen. Aber zurück zum Thema. Tatsächlich ist die Hauptfigur in Terry Gilliams Spielfilm “Brazil” ein Archivar. Brazil entwirft das Bild einer düsteren und kafkaesken Gesellschaft und der bitterböse satirische Erzählton macht ihn zu einem zeitlosen Meisterwerk. So fiktiv, obschon durchaus realistisch, sich die entworfene Zukunftsprognose darstellt, Salman Rushdie sagte zu Brazil “ein großartiger Film über den zukünftigen Totalitarismus”, zeigt sich auch dem nicht Eingeweihten die Verantwortung und Problematik der täglichen Arbeit von ArchivarInnen. In Brazil ist es eine Fliege die über Leben und Tod entscheidet.
Die Schäden mit denen Archivare und Archivarinnen bei ihrer Arbeit konfrontiert werden sind vielfältig. Um das Archivgut auch für zukünftige Generationen zu erhalten, heißt es Schäden frühzeitig zu erkennen und die entsprechenden Maßnahmen einzuleiten.
Archive selbst sind in den wenigsten Fällen für Schäden verantwortlich, da die Magazine entsprechend den technischen und klimatischen Anforderungen für die dauerhafte Aufbewahrung von Archivgut ausgestattet sind. Dass auf Grund der schlechten finanziellen Rahmenbedingungen viele Archive weit davon entfernt sind ihre Magazine den technischen und klimatischen Anforderungen entsprechend zu nutzen, ist unbestritten. Jedoch zeigen aktuelle Beispiele, dass bei Neuerrichtungen von Magazinen in dieser Hinsicht nicht gespart wird.
Das größte Problem für die dauerhafte Erhaltung von Archivgut ist der langsame aber beständige Papierzerfall (Abb.3). Seit Mitte des 19. Jahrhunderts wird Papier mittels eines chemischen Verfahrens unter Verwendung von Holz hergestellt. So bildet sich in dem Papier Säure. Im Zusammenspiel mit den äußeren Einflüssen setzt ein Prozess des langsamen Verfalls ein. Archivare erkannten dieses Problem schon frühzeitig und haben einen erheblichen Beitrag bei der Entwicklung von verschiedenen Verfahren zur Entsäuerung von Papier geleistet. Als ein Beispiel sei das Bückeburger Verfahren genannt. Obwohl heute alterungsbeständiges Papier hergellt werden kann wird immer noch massenhaft saures Papier produziert und stellt für die Zukunft somit eines der größten Probleme dar. Weiterlesen »
am 12. und 13. Februar 2008 findet in Berlin das 14. Anwenderforum E-Government statt. Im Mittelpunkt steht die EU-Dienstleistungsrichtlinie für das E-Government. So werden verschiedene Vertreter von Bund und Ländern über die Erfahrungen in der Umsetzung der EU-Dienstleistungsrichtlinie berichten. Des Weiteren wurden erstmals die beiden Fachforen „Sicherheitsaspekte im E-Government“ und „Elektronische Archivierung“ in das Programm aufgenommen. In dem Forum „Elektronische Archivierung“ berichtet unter anderem ein Vertreter aus dem Bundesarchiv über die Eckpunkte eines Gesamtkonzepts zur Archivierung elektronischer Unterlagen und das Landesarchiv Baden-Württemberg stellt das Projekt „Von der Datenbank bis zur Website“ vor. Im Forum „Sicherheitsaspekte im E-Government“ geht es in erster Linie um die Rechtssicherheit im Umgang mit elektronischen Dokumenten. Positiv ist auch anzumerken, die Teilnahme für Angehörige der öffentlichen Verwaltung ist kostenfrei.
Am 1. und 2. März 2008 wird bundesweit der Tag der Archive stattfinden. Unter dem Motto „Heimat und Fremde“ präsentieren sich die Archive der interessierten Öffentlichkeit. Ein Thema zu dem sich in jedem Archiv etwas finden lässt. Sei es die Aufnahme und Betreuung der Millionen von Vertriebenen aus Ost- und Südosteuropa die im Verlauf des II. Weltkrieges ihre Heimat verloren haben oder die tausenden von Menschen die im 19. Jahrhundert ihre Heimat in Richtung Amerika verließen weil das deutsche Reich ihnen keine Perspektive bot. Und wenn wir noch weiter zurückgehen in der deutschen Geschichte, finden wir immer wieder Beispiele von Migrationen, wie die Flucht der Hugenotten von Frankreich nach Deutschland im 17. Jahrhundert, die ihren Niederschlag in deutschen Archiven gefunden haben. Aber auch die jüngste Vergangenheit bietet eine Vielzahl von Beispielen, denn obwohl viele es nicht wahrhaben wollen Deutschland ist Einwanderungsland und das ist auch gut so. Um schon mal einen Vorgeschmack zu geben hier mein Beitrag zum Tag der Archiv 2008, unter folgendem Link findet sich eine Zusammenstellung aus dem Bundesarchiv, dem Brandenburgischen Landeshauptarchiv, dem Archiv des Diakonischen Werkes der EKD und dem Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz zum Thema „Heimat und Fremde“. Viel Spass.
Im Zusammenhang mit der 11. Tagung des Arbeitskreises „Archivierung von Unterlagen aus digitalen Systemen“: Erfahrungen mit der Übernahme digitaler Daten - Bewertung, Übernahme, Aufbereitung, Speicherung, Datenmanagement die im März 2007 in Stuttgart stattfand, kann man jetzt auf den Seiten des Stadtarchivs Stuttgart die Aufsätze der Referenten sowie ausgewählte Präsentationen einsehen. Im Vordergrund stehen die praktischen Erfahrungen bei der Übernahme und Bewertung digitaler Daten. Weiterhin werden innovative Lösungsstrategien vorgestellt sowie die Anforderungen an Archive im Umgang mit digitalen Daten thematisiert.
Das Bundesarchiv stellt wieder einmal eine einzigartige Quelle zur deutschen Geschichte, zur freien Verfügung, ins Internet. In Zusammenarbeit mit der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften und unter Förderung der Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) wurden in den letzten zwei Jahren die dreiundzwanzig Bände der Edition »Akten der Reichskanzlei. Weimarer Republik« digitalisiert. Die einzelnen digitalisierten Bände umfassen neben den Dokumenten die Mitglieder des Kabinetts und Beamte der Reichskanzlei, das Verzeichnis der in den Anmerkungen zitierten Archivalien und Publikationen sowie ein alphabetisches Personen- und Sachregister.
Archive fristen in der Wahrnehmung durch die Öffentlichkeit eher ein Spartendasein. Um dem entgegenzuwirken wird mit allen Mitteln der Öffentlichkeitsarbeit versucht das „staubige Image“ zu verbessern. Das Stadtarchiv Oldenburg beschreitet in dieser Hinsicht einen neuen innovativen Weg. So findet man auf den Seiten des Stadtarchivs einen 15 minütigen Film, zum Freien Download, der unter dem Titel “Was ist eigentlich ein Archivknoten“ einen anschaulichen Einblick in die Vielfalt der vorhandenen Archivalien gibt. Daneben beschreibt er am Beispiel eines Schülerprojekts die Vorgehensweise bei einer Recherche, um die gesuchten Informationen zu finden. Also durchaus zur Nachahmung empfohlen.
Im September 2008 findet in Erfurt der deutsche Archivtag unter dem Thema “Bestandserhaltung analoger und digitaler Unterlagen” statt. Damit wird die vermutlich größte Herausforderung an das Archivwesen im 21. Jahrhundert thematisiert. Der langsame aber unaufhaltsame Verfall der Archivalien in den Magazinen kann mit den Erfahrungen aus der Praxis und der Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben nur verlangsamt werden. Genau darin liegt die Herausforderung. Wie akut das Problem der Bestandserhaltung ist zeigt sich in den vielfach publizierten Hilferufen in der Presse. Für die Region Berlin/Brandenburg zeigte ein 2004 von Annette Gerlach und Uwe Schaper durchgeführte Evaluation das über 68 % der Archive und Bibliotheken unmittelbar mit dem Problem der Bestandserhaltung konfrontiert sind. Gerade aus diesem Grund ist der Erfahrungsaustausch zu diesem Thema absolut notwendig. Also es wird wie immer spannend.